© Stadt BurscheidAnlässlich des 130. Geburtstags des Bildhauers und Malers Ernst Kunst Remscheid 30.05.1896 – Burscheid 16.12.1959) zeigt das KulturForumBurscheid eine umfassende Ausstellung mit Arbeiten des Künstlers sowie seiner zweiten Frau, der Malerin Hildegard Kunst (Berlin 04.06.1911 – Bad Essen 12.10.2003).
Die Stadt Burscheid und der Rheinisch-Bergische Kreis laden herzlich zur Vernissage der Ausstellung „Ernst Kunst – ein bergischer Künstler in politisch schwerer Zeit“ am Samstag, 30. Mai 2026, um 17:00 Uhr in das KulturForumBurscheid, Höhestraße 5, 51399 Burscheid, ein. Bitte melden Sie sich zur besseren Planung zur Vernissage unter folgenden Kontaktdaten per E-Mail an: M.Kunst@em.uni-frankfurt.de oder sasse-kunst@gmx.de.
Ausstellungszeitraum und Anmeldung für die Vernissage
Die Ausstellung ist bis zum 14. Juni 2026 im KulturForumBurscheid zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: Montag sowie Mittwoch bis Sonntag von 10:30 bis 12:30 Uhr und von 15:00 bis 19:00 Uhr, Dienstag geschlossen.
Veranstaltet wird die Ausstellung von Dr. Barbara Sasse-Kunst und Dr. Michael Kunst gemeinsam mit der Stadt Burscheid, dem Rheinisch-Bergischen Kreis sowie der Paul-Luchtenberg-Stiftung.
In den zwei Wochen der Ausstellung besteht zudem die Möglichkeit, mit Dr. Michael Kunst, dem zweiten Sohn des Künstlers, und Dr. Barbara Sasse-Kunst ins Gespräch zu kommen. Angesprochen sind ausdrücklich auch Menschen, die selbst Arbeiten von Ernst Kunst oder Hildegard Kunst besitzen. Darüber hinaus wird die Gelegenheit geboten, Originaldrucke von Holzschnitten zu erwerben, die der Berliner Künstler Heribert Bücking von zwei Original-Holzplatten angefertigt hat.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Kulturamt des Rheinisch-Bergischen Kreises realisiert.
Der Künstler Ernst Kunst im Portrait
Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die Reflektion der deutschen Geschichte im Leben und Werk von Ernst Kunst. Aus einer Remscheider Arbeiterfamilie stammend, konnte er erst nach seiner Soldatenzeit im Ersten Weltkrieg über die neu gegründete Volkshochschule Bildung erwerben und später unter Entbehrungen in Kassel studieren. Eine entscheidende Förderung erfuhr er ab 1925 durch Prof. Dr. Paul Luchtenberg, der auf ihn aufmerksam wurde und sich auch für öffentliche Unterstützung einsetzte. In Berlin war Ernst Kunst ab 1926 Meisterschüler bei Fritz Klimsch. Bis zum Studienabschluss 1932 wurde er in neoklassizistischer sowie expressiv-realistischer Richtung ausgebildet. Seine Schaffenszeit umfasste die Jahre 1922 bis 1959. Während sein Lehrer vor allem idealisierte Formen prägte, zeichnete Ernst Kunst eine besondere Einfühlung in den Charakter seiner Modelle aus, weshalb seine Porträts als besonders erfolgreich gelten.
Seine neoklassizistischen Plastiken kontrastieren antike Vorbilder mit zeitgenössischen Menschen. In seinen Bildern, überwiegend aus der Nachkriegszeit, reflektierte er Stile der Klassischen Moderne. Dem Nationalsozialismus stand Ernst Kunst ablehnend gegenüber. Da sein Stil jedoch dem nationalsozialistischen Zeitgeist entgegenkam, konnte er als freischaffender Künstler weiterhin arbeiten und ausstellen. Seine Themen und Motive waren damit stets auch von Käufern und Auftraggebern beeinflusst. In der Nachkriegszeit erhielt er zwar unmittelbar große Aufträge von den Russen, dabei handelte es sich jedoch um Russische Ehrenmale. Das Standbild eines amerikanischen Soldaten, das Ernst Kunst 1946 für das Amerikanische Hauptquartier in Berlin-Dahlem schuf, der sogenannte „Doughboy“, spielt für das amerikanische Militär eine besondere Rolle. 1958 wurde ein Abguss auch in der Infanterieschule in Fort Benning (Georgia, USA) aufgestellt.
1950 holte ihn Paul Luchtenberg nach Burscheid. Von 1957 bis zu seinem frühen Tod 1959 hatte Ernst Kunst schließlich einen Lehrauftrag an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Sein letztes Werk, eine Büste des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss, blieb unvollendet.
