19. März 2020

Corona-Virus: Land verfügt Schließung des Einzelhandels

Ausnahmen bestehen für Lebensmittelhandel, Apotheken und weitere Geschäfte

Rheinisch-Bergischer Kreis (18.03.2020). Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen (MAGS) hat weitere Maßnahmen bekannt gegeben, die eine Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollen. Seit dem heutigen Mittwoch, dem 18. März, müssen alle Verkaufsstellen des Einzelhandels geschlossen werden. Geöffnet bleibt jedoch der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Tierbedarfsmärkte und weitere, so dass Vorratseinkäufe nicht getätigt werden müssen.

Im Einzelnen wurden folgende Regelungen getroffen:

Reiserückkehrer aus Risikogebieten
Reiserückkehrer aus Risikogebieten dürfen ab sofort Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen und Heime, medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Tageskliniken und Dialyseeinrichtungen sowie stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe sowie, Berufs- und Hochschulen für 14 Tage nach ihrem Aufenthalt nicht betreten.

Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe

Besuche in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie in stationären Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe sind nur noch eingeschränkt und unter besonderen Schutzmaßnahmen und Hygieneunterweisung erlaubt. Bis auf weiteres darf ein registrierter Besucher pro Bewohner/Patient und Tag empfangen werden. Im Sinne einer Härtefallregelung ist es jedoch erforderlich, dass Ausnahmen für besondere Einzelfälle zugelassen werden. Dabei ist zu prüfen, durch welche Auflagen das Infektionsrisiko maximal reduziert werden kann, Ausnahmen sind medizinisch oder ethisch-sozial angezeigte Besuche (beispielsweise: Kinderstationen und Palliativpatienten).
Sämtliche öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen und Informationsveranstaltungen der Einrichtungen müssen abgesagt und öffentlich zugängliche Bereiche wie Kantinen und Cafeterien für Patienten und Besucher geschlossen werden.

Freizeit-, Sport-, Kultur- und Unterhaltungsbetriebe

Seit dem 16. März bleiben alle Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen wie zum Beispiel Bars, Clubs, Diskotheken, Spielhallen, Wettbüros, Theater, Opern- und Konzerthäuser, Kinos und Museen geschlossen. Eine gleiche Regelung gilt für Fitness-Studios, Schwimm- und Spaßbäder sowie Saunen und auch Prostitutionsbetriebe.

Ab dem 18. März müssen nun auch alle Messen, Ausstellungen, Freizeit- und Tierparks sowie Spezialmärkte und ähnliche Einrichtungen geschlossen bleiben. Dies gilt auch für Freizeitangebote, die drinnen und draußen stattfinden. Zudem dürfen Spiel- und Bolzplätze nicht mehr genutzt werden. Ebenfalls ist jeglicher Sportbetrieb auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen untersagt.

Bereits seit Dienstag, den 17. März 2020 sind Zusammenkünfte in Sportvereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich nicht mehr gestattet.

Reisebusreisen dürfen seit dem 18. März ebenfalls nicht mehr durchgeführt werden und Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind zu untersagen.

Bibliotheken, Restaurants, Gaststätten und Hotels

Bibliotheken, Restaurants, Mensen, Gaststätten sowie Hotels sind an die Einhaltung von Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen gebunden: So müssen die Gäste mit Kontaktdaten registriert und zwischen den Tischen muss ein Sicherheitsabstand von zwei Metern eingerichtet werden. Ferner ist der Zugang stark zu beschränken. Daher dürfen Restaurants und Gaststätten ab sofort frühestens um 6 Uhr öffnen und müssen spätestens ab 15 Uhr schließen.

Verkaufsstellen des Einzelhandels

Geöffnet bleibt der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Alle anderen Verkaufsstellen des Einzelhandels sind ab dem 18. März zu schließen.

Der Zugang zu Einkaufszentren, shopping-malls oder factory outlets und vergleichbaren Einrichtungen ist ab dem 18. März nur noch dann gestattet, wenn sich dort eines der vorgenannten Einzelhandelsgeschäfte befindet, das weiter geöffnet sein darf.

Zudem müssen erforderliche Maßnahmen getroffen werden, um die Hygiene zu gewährleisten, den Zutritt zu steuern und Warteschlangen zu vermeiden.

Dienstleister und Handwerker können ihren Tätigkeiten weiter nachgehen.

Öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen

Ab sofort sind ferner alle öffentlichen Veranstaltungen untersagt. Demonstrationen können nur nach individueller Verhältnismäßigkeitsprüfung zugelassen werden. Ausgenommen von diesem Verbot sind Veranstaltungen, die beispielsweise für die öffentliche Sicherheit oder die Versorgung der Bevölkerung wichtig sind wie beispielsweise Wochenmärkte.

Versammlungen auch zur Religionsausübung unterbleiben. Kirchen, Islam-Verbände und jüdische Verbände haben entsprechende Erklärungen abgegeben.

Bürgertelefon
Das Bürgertelefon des Rheinisch-Bergischen Kreises ist für medizinisch-gesundheitliche Fragen unter der Woche von 8 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 02202 131313 erreichbar.

Wer ist Kontaktperson?
Bei Kontaktpersonen wird zwischen drei verschiedenen Graden unterschieden. Eine Kontaktperson ersten Grades stand in direktem physischen Kontakt mit einer möglicherweise infizierten Person. Da der Übertragungsweg des Corona-Virus über Tröpfcheninfektion erfolgt, ist der unmittelbare Kontakt entscheidend. Dazu gehört zum Beispiel ein mindestens 15-minütiger Gesichts-Kontakt, beispielsweise im Rahmen eines Gesprächs. Ein Infektionsrisiko ist hier gegeben. Quarantäne wird angeordnet.

Die Kontaktperson zweiten Grades stand hingegen in weniger engem Kontakt mit der infizierten Person. Beispielsweise hat sie sich mit der infizierten Person zwar in einem räumlichen Umfeld aufgehalten jedoch hat der Kontakt nicht direkt und über einen Zeitraum hinweg bestanden. Das Infektionsrisiko ist in diesem Fall gering. Quarantäne wird nicht angeordnet.
Das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises betrachtet immer den Einzelfall. Dann wird über weitere konkrete Maßnahmen entschieden.

Hygienemaßnahmen zum eigenen Schutz beachten
Generell gilt, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, die allgemeinen Hygienemaßnahmen zu beachten. Dazu zählen beispielsweise das häufige und ausgiebige Waschen der Hände. Hygienisches Niesen und Husten ist wichtig, beispielsweise in ein Einweg-Taschentuch und wenn ein solches nicht greifbar ist, in die Armbeuge und danach sich gründlich die Hände zu waschen. Ansammlungen von Menschenmassen sollten gemieden werden.

Informationen des Robert-Koch-Institutes mit häufig gestellten Fragen zum Corona-Virus hält der Rheinisch-Bergische Kreis auf seiner Internetseite (https://www.rbk-direkt.de/corona-virus) vor. Ebenfalls informiert der Rheinisch-Bergische Kreis über seine facebook-Seite (www.facebook.com/Rheinisch.Bergischer.Kreis).

 

Quelle: Presseinformation des Rheinisch-Bergischen Kreis

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