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Das Forschungsprojekt Abwasser

Außerhalb von Städten ist der Anschluß einzelner Ortschaften an die Kanalisation oft nicht möglich oder außerordentlich kostspielig.  Die bestehende Abwassergrube der Lambertsmühle reichte für die geplante Nutzungsausweitung des Mühlenensembles nicht mehr aus und befand sich darüber hinaus gerade an der Stelle, wo früher einmal das Wasserrad lief und auch wieder eingebaut werden sollte.  Nach Kontakten mit dem Wupperverband stellte der Förderverein die Idee des Baues einer herkömmlichen Pflanzenkläranlage zurück und griff den Vorschlag für ein wissenschaftlich begleitetes neuartiges Abwasserkonzept gerne auf.

Das vom Ingenieurbüro OtterWasser aus Lübeck entwickelte Entsorgungskonzept basiert auf der Trennung der häuslichen Abwasserströme am Entstehungsort und der anschließenden separaten Behandlung dieser Teilströme.  Das gering verschmutzte Abwasser aus Dusche, Küche usw. wird in einer relativ klein dimensionierten Pflanzenkläranlage gereinigt und anschließend in den Wiehbach geleitet und somit dem Wasserkreislauf zurück gegeben. Urin und Fäkalien werden in sortierenden Toiletten, sogenannten Separationstoiletten, getrennt.  Der nährstoffreiche Urin wird in einem Tank gesammelt und wie die tierische Gülle zur Düngung in der Landwirtschaft eingesetzt.  Die Fäkalien werden in Rottebehältern kompostiert und dann ebenfalls als Dünger genutzt.

An dem vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (MUNLV) geförderten Forschungsprojekt waren auch der Rheinisch-Bergische Kreis, die Technische Universität Hamburg-Harburg, das Institut für Pflanzenernährung der Universität Bonn, die Bauhaus-Universität Weimar, das Hygiene-Institut des Ruhrgebiets und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wasserforschung an der Universität Duisburg beteiligt.

Das Forschungsprojekt diente dazu, praktische Erfahrungen mit der Handhabung der Technik für die getrennte Ableitung und Behandlung der verschiedenen Teilströme zu sammeln und zu prüfen, ob eine Übertragung dieses Konzeptes auf kleinere Ortschaften im ländlichen Raum möglich ist.  Schwerpunkte waren dabei die Untersuchung von Arzneimittelrückständen und hormonellen Stoffen im Abwasser sowie Hygieneuntersuchungen des gesammelten Urins und seine Düngewirkung. Die inzwischen abgeschlossenen Untersuchungen haben die Wirksamkeit der Anlage bestätigt.


Ansprechpartner sind :
Andreas Bastian, Wupperverband, Tel. 0202/583-289, bas@wupperverband.de
Dr. Joachim Clemens, Universität Bonn, Tel. 0228/73-2150, a.clemens@uni-bonn.de 

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