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Die Umsetzung des Nutzungskonzeptes und der Satzungsziele

Der Förderverein hat sich von Anfang an von folgenden Überlegungen leiten lassen:

  • die möglichen Zuwendungsgeber bereits im Vorfeld, also lange vor einer Antrag-stellung, persönlich über das Projekt Lambertsmühle zu informieren,
  • Auftragsarbeiten an die örtlichen Handwerker nur in dem Umfange zu vergeben, in dem der Verein in der Lage ist, die Maßnahmen zu koordinieren und zu finanzieren und ausreichend Stunden für unterstützende Eigenleistungen bereitzustellen,
  • die Maßnahmen in steter Abstimmung mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege und dem Rheinischen Museumsamt durchzuführen.


Es traf sich gut, dass die Mieter, noch heute dem Förderverein verbunden, 1996 aus persönlichen Gründen aus der Lambertsmühle auszogen.  Das Mühlengebäude war in einem relativ guten baulichen Zustand.  Im Hinblick auf die neue Nutzung musste aber für die geplante Mieter-/ Hausmeisterwohnung im 1. Stockwerk ein Bad mit Toilette installiert werden.  Dadurch wurde das Erdgeschoß in vollem Umfang für den Verein und die öffentliche Nutzung („Gute Stube“ u.a. als Trauraum) verfügbar.




Der Stall wies noch einen Ziegelsteinboden, Futtertröge und die übliche Ablaufrinne für den Urin der Tiere auf.  Direkt am Hang gelegen, musste zunächst die rückwärtige Bruchsteinwand von außen gegen Feuchtigkeit isoliert werden.  Entsprechend seiner neuen Nutzung als Treffpunkt und Ausstellungsraum wurde der Boden ausgeschachtet und eine Fußbodenheizung eingebaut.  Die Wände wurden innen gegen Kälte isoliert.  Die Holzbalken der Decke und der Dachkonstruktion wurden aufgearbeitet und so hervorgehoben.






 















Als Zugang zum Ausstellungsteil des künftigen Museums wurde eine neue Treppe zum ehemaligen Heuboden über dem Stall eingebaut. 

Um eine Verbindung zwischen den beiden Teilen des Museums im Mühlengebäude und im Stall zu schaffen und um vom Stall aus trockenen Fußes die Toiletten im Anbau des Mühlengebäudes zu erreichen, wurde ein Zwischentrakt errichtet und ein Durchgang zum Mühlengebäude gebrochen.  Dazu wurde der Runkelkeller zum Teil abgerissen und im verbleibenden Raum die Heizung für den Stall untergebracht.  Im übrigen Bereich wurde ein großzügiger Verbindungsgang und ein Stuhllager eingerichtet.





























Neben den Umbaumaßnahmen, die für die geplanten neuen Nutzungen notwendig waren, wurde die Renovierung aller 4 Gebäude vorangetrieben.  Dabei galt es, den äußeren Eindruck der Gebäude zu erhalten.  Die 4 Dachstühle wurden gerichtet und verstärkt, neue Pfannen verlegt und



der Speicher des Mühlengebäudes wieder traditionell mit Strohdocken gegen Schneeflug gesichert.  Das Mauerwerk der Fassaden wurden ausgebessert und das Holzwerk der Fenster, Türen und Simse gestrichen.

Bei den Arbeiten wurde im Auge behalten, dass umweltfreundliche Akzente gesetzt werden sollten:


  • der Stall wurde mit Lehmbausteinen und Lehmputz wärmeisoliert,
  • die Ölheizung wurde auf Gas umgestellt (und eine 300 m lange Zuleitung gebaut),
  • das Dach des Zwischentraktes wurde begrünt,
  • 3.500 Feldbrandsteine wurden aus einem entwidmeten Denkmal geborgen und verbaut oder für eine Wiederverwendung an anderer Stelle gesammelt,
  • gute Balken und Bretter wurden aus Abbrüchen aussortiert und wieder verbaut,
  • brauchbare Altpfannen wurden für eine Wiederverwendung an anderer Stelle aussortiert,
  • eine neuartige Abwasseranlage (Trennsystem)  wurde unter Führung des Wupperverbandes als Forschungsprojekt errichtet,
  • ein ökologisch orientierter Bauerngarten wurde angelegt.

Als wichtiger Teil des künftigen Museums wurde ein neues oberschlächtiges Wasserrad mit großem Getriebe eingebaut.  Die Welle des Wasserrades  wurde von  Vereinsmitglieder hergestellt – vom Fällen der Eiche bis zum Einsetzen der Lager.  Drei Mahlsteine waren noch vorhanden und wurden in unterschiedlichen Arbeitstellungen zugänglich gemacht.


























Zur Unterstützung der Museumsziele wurde auch ein Backofen gebaut – der frühere „Backes“ muß wohl in den Siebziger Jahren einem Umbau für ein Bad gewichen sein.









Die Projektumsetzung ist inzwischen hinsichtlich der Baumaßnahmen weitgehend abgeschlossen. Für diese Investitionen wurden über eine halbe Million € eingesetzt, die durch Spenden und durch Zuwendungen der Burscheid-Stiftung der Kreissparkasse Köln, des Amtes für Agrarordnung Siegburg, der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Settler-Greißl-Stiftung sowie des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen aufgebracht wurden. Bürger und Bürgerinnen haben ehrenamtlich zusätzlich fast 11.000 Arbeitsstunden (s. Tätigkeitsberichte) geleistet.




Der Verein ist jetzt dabei, den Mühlenraum zu restaurieren und das Obergeschoß des Stalles für die Museumsausstellung fertig zu stellen. Zu den nächsten Aufgaben gehört die Konkretisierung der Konzeption des Museums sowie dessen Verwirklichung einschließlich der Sammlung von weiteren besonders interessanten Einrichtungsgegenständen. Fernziel bleibt die Nutzung der Wasserkraft aus dem Wiehbach über den vorhandenen Mühlenteich und -graben, die bisher noch an der fehlenden Bereitschaft der bisherigen Eigentümer gescheitert ist, oder über alternative Lösungen.



Schon während der Bauarbeiten konnte die erste Ausstellung im Stall eröffnet werden (Start einer Wanderausstellung der Oberen Denkmalbehörde in Bergisch Gladbach). Heute finden 1-2 Mal pro Woche Veranstaltungen im „Stall“ statt, außerdem natürlich häufig Besichtigungen der Mühle  und auch viele Trauungen in der „Guten Stube“.





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