Expedition Heimat 2011

Kirchn, Köster und Kapellchen am 11. September 2011

Burscheid präsentiert die Liebfrauenkirche in Hilgen, die vom Architekten Dominikus Böhm 1953 gebaut wurde. Sie birgt einen besonderen Schatz: Tabernackel und Kreiuzweg sind von dem renomierten Goldschmied Hanns Rheindorf aus Emaille geschaffen worden.

Im Rahmen der Veranstaltung Expidition Heimat werden von der Kölner Schmuckakademie Kurse angeboten, in denen Interessierte in die Geheimnisse dieser mittelalterlichen Technik  eingeweht werden.

 


 

Expedition Heimat 2010 - Karren, Pilger, Reisewege - Burscheid

Täglich sind wir unterwegs „von A nach B“. Als gegeben nutzen wir Wege und Straßen. Dass auch sie ihre Geschichte haben, ist selten bewusst. Die heutige B 51 ist so ein Reiseweg. Beschreibungen aus dem Mittelalter belegen diesen Höhenweg von Köln über Lennep nach Dortmund als Handelsweg, der in den 1770er Jahren zur Chaussee ausgebaut wurde. Das denkmalgeschützte "Alte Landhaus" von 1751 ist nachweislich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine der zahlreichen Gaststätten und Stationen entlang des Weges vom Rhein bis an die Ruhr und somit ein Beispiel für die wechselvolle Geschichte dieser Straße.

Die Burscheider Autorin und Heimatforscherin Marie Luise Mettlach berichtete in ihrem Vortrag über den Straßenverlauf und vieles links und rechts des Weges, was heute vergessen ist: Vom Galgen und kleinen Kapellchen, vom Ein- und Ausspann der Pferdefuhrwerke, von frühen Manufakturen direkt am Weg, die die gute Verkehrsanbindung für den Absatz ihrer Waren suchten und von den ersten Touristen, die im 19. Jahrhundert die romantischen Ruinen von Altenberg besuchten.


Harry Böseke verkörperte „Emil, den Bergischen Fuhrmann“, der mit seinem Pferdewagen regelmäßig von Wipperfürth aus nach Hattingen an der Ruhr und Mühlheim am Rhein unterwegs war. Ein Ritter der Landstraße vor über hundert Jahren, der teils gefährliches Gut wie Schwarzpulver transportierte, unterwegs vielen Menschen begegnete und bei jedem Pferdewechsel Wirt und Gästen Neuigkeiten erzählen konnte.

Wer es sich leisten konnte, der war nicht zu Fuß unterwegs. Wohlhabende waren zu Pferd und hatten vielleicht eine eigene Kutsche für eine Reise von Wermelskirchen nach Hückeswagen, die laut Distanzkarte von 1785 zwei Stunden dauerte. Doch es gab auch regelmäßig verkehrende Postkutschen, die man als Vorläufer des Öffentlichen Personennahverkehrs bezeichnen kann. Bernhard Geuß, passionierter Amateurarchivar in Sachen Busverkehr fährt einige Punkte in und um Burscheid in einem Reisebus von 1960 an, die für die Entwicklung des Busverkehrs der Wupsi wie der RVK inzwischen Geschichte sind.

Der Kässbohrer Setra S6, ein echter Oldtimer mit dem Baujahr 1958, hat nur 21 Plätze. Wer hier mitfahren wollte, der konnte direkt vor dem „Alten Landhaus“ einsteigen.

 

Wie rasant Entwicklungen sind, dokumentierten gut dreißig Oldtimer, die auf der Wiese gegenüber von Flügel 3 gezeigt wurden. Zugmaschinen, Lastkraftwagen, Dreiräder hatte Alfred Noell organisiert. Magirus-Deutz, Tempo und Goliath der 1950er werden angeführt von einem Ford-T-Modell der 30er Jahre.