Bourscheid in den luxemburger Ardennen

Die Gemeinde Bourscheid ist eine de reinen Öslinggemeinden des Kantons Diekirch. Sie ist mit ihren 3.686 ha mir Abstand die größte Gemeinde des Diekircher Kantons. Mit 1.328 Einwohnern verfügt sie über eine sehr geringe Bevölkerungsdichte von 36 Einwohnern pro qkm. Die Orte Welscheid im Süden (Warktal) sowie Michelau, Bourscheid-Moulin, Dirbach und Goebelsmühle (Sauertal) liegen in Tallagen, Lipperscheid auf einer Terrassenlage am Hang, während die anderen Orte (Bourscheid, Kehmen, Scheidel, Schlindermanderscheid) auf Öslingplateaus liegen. Der niedrigste Punkt der Gemeinde ist im Sauertal in Michelau mit 220 müNN, der höchstgelegene in Bourscheid mit 505müNN.

Die nach wie vor ländlich geprägte Gemeinde mit ihren schmucken, idyllisch gelegen Dörfern verfügt über ein großes touristisches Potential. In den Sommermonaten wächst die Bevölkerung deshalb auf das dreifache an. Besonderer Anziehungspunkt ist das malerische Sauertal mit der imposanten, das Landschaftsbild bestimmenden mittelalterlichen Burg Bourscheid, die im Rahmen einer umfangreichen Restaurierung Stück für Stück wiederaufersteht.

Die erste Erwähnung der Burg Bourscheid erfolgte im Jahre 1095 als Eigentum von Bertram von Bourscheid. Bertram war Vogt der Abtei Echternach und verwaltete die Burg in deren Auftrag. Bis ins Jahr 1512 sind die Herren von Bourscheid Besitzer der Burg. Man findet sie an den ranghöchsten Stellen in der Gefolgschaft des Grafen von Luxemburg. Zwischen 1512 und 1812 hat die Burg verschiedene Besitzer, größtenteils gehört sie jedoch der Familie von Metternich. Nach der Versteigerung im Jahre 1812 verfällt die Anlage, bis der Luxemburger Staat die Ruinen 1972 aufkauft.

Die im Grundriss dreieckige Burg mit einer Fläche von rund 150m x 100m ist zusammen mit der Burganlage flächenmäßig die größte in Luxemburg. Sie wird in eine Oberburg und eine Unterburg aufgeteilt. Die Oberburg umfasst den imposanten Bergfried, das Palasgebäude mit dem Rittersaal und den Gemächern des Herrn von Bourscheid, die Küche sowie die Kapelle. Heute sind, außer dem Bergfried und dem Keller unter dem Palas, nur noch Ruinen erhalten.

Die Burg wurde im 14. Jahrhundert um die Unterburg mit einer doppelten Ringmauer (Zwinger) erweitert. Im Jahre 1384 wurde auch das heute so genannte Stolzemburger Haus erbaut. Der gotische Keller dieses Hauses konnte in seinem ursprünglichen Zustand erhalten bleiben und kann noch heute besichtigt werden.

Seit 1972 gehört die Burg dem Staat Luxemburg und wird von den Amis du Château de Bourscheid (Freunden der Burg Bourscheid) verwaltet. Jedes Jahr richten sie vielfältige Veranstaltungen auf der Burganlage aus, die den Charme der Gemeinde unterstreichen: Konzerte, Schlaasmart (Ausstellung und Verkauf von Kunstobjekten), Festivals (u.a. Irish-Scottish Day im Jahr 2007) und vieles mehr.



Bourscheid verfügt über wunderschön gelegene Aussichtspunkte, von denen man einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegende Landschaft genießen kann. Sportbegeisterte können unter anderem das Angebot an Paragliding wahrnehmen.


Idyllisch gelegene Campingplätze sowie exzellente Hotels und eine hochwertige Gastronomie sind weitere wichtige Vorzüge der Gemeinde. Viele angelegte Wanderwege führen durch eine topographisch einzigartig gelegene Landschaft.


Die Stadt Burscheid verbindet mit der Gemeinde Bourscheid nicht nur der gemeinsame Name, dessen Schreibweise bis weit ins 19. Jahrhundert identisch war: "Bursceit". Auch die Wappen der Städte sind sehr ähnlich.
Am 19.06.2004 wurde schließlich die seit 2001 bestehende Städtefreundschaft in eine Städtepartnerschaft umgewandelt.


Weitere Informationen finden Sie unter:
www.bourscheid.lu