Breitbandversorgung in Burscheid
Europaabgeordneter Herbert Reul informiert sich vor Ort
Burscheid, 17.12.2010. Der Europaabgeordnete Herbert Reul kam am 17. Dezember nach Burscheid, um sich vor Ort über die Situation der Breitbandversorgung zu informieren. Mit einem Schreiben hatte sich Bürgermeister Stefan Caplan Anfang November 2010 an Herbert Reul gewandt und um seine Unterstützung zur Verbesserung der Breitbandversorgung in Burscheid gebeten. Herr Reul hat die Gelegenheit gerne genutzt, um sich die Lage vor Ort direkt von Betroffenen erläutern zu lassen. Caplan: „Dies ist immens wichtig für die weitere Entwicklung der Stadt. Aber die Verbesserung der Breitbandversorgung kostet viel Geld, das Burscheid – eine Kommune im Nothaushalt – alleine nicht aufbringen kann. Wir planen eine Reihe von Schritten, um zu einer Verbesserung zu gelangen und ich freue mich sehr, dass Herr Reul sich unsere Nöte angehört hat“.
Es ist bekannt, dass die Breitbandversorgung in Burscheid nicht ausreichend ist und den ansässigen Gewerbebetrieben, aber auch Bürgerinnen und Bürgern, die aus beruflichen und sonstigen Gründen auf eine schnelle Internetverbindung angewiesen sind, Probleme bereitet. Selbst im Industriegebiet Massiefen und in größeren Ortschaften wie Hilgen und Ösinghausen können Übertragungsraten von höchsten 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), teils sogar deutlich geringere, erreicht werden. Für viele Gewerbebetriebe ist eine gute Breitbandanbindung unerlässlich und ein wichtiges Entscheidungskriterium für eine Ansiedlung in Burscheid bzw. für den Weitererhalt des Unternehmens, so auch Maryo Fietz vom gleichnamigen Unternehmen im Industriegebiet Massiefen.
Die Stadt Burscheid arbeitet im Verbund mit den kreisangehörigen Kommunen an Strategien, um dauerhaft Nachteile für den Wohn- und Wirtschaftsstandort Burscheid zu vermeiden. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit ist vom Rheinisch-Bergischen Kreis eine Realisierungsstudie in Auftrag gegeben worden. Auf dieser Basis sollen Förderungen für Wohngebiete und für Gewerbegebiete bei den zuständigen Ministerien des Landes beantragt werden.
MdEP Herbert Reul ist Vorsitzender des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie und befasst sich auf europäischer Ebene intensiv mit dem Thema Breitbandversorgung. Die Ziele zur europaweiten Breitbandversorgung hat die Europäische Kommission in einem Papier zusammengefasst:
Bis 2013 sollen alle EU-Bürger mit einem Breitbandanschluss versorgt sein und im Jahr 2020 soll dann jeder über einen Highspeed-Internetanschluss mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 30 Mbit/s und jeder Zweite sogar über einen ultraschnellen Zugang mit mehr als 100 Mbit/s verfügen. Den ersten Schritt dazu hat die Europäische Kommission im September mit einem Maßnahmenpaket zur Förderung und Verbreitung schneller Breitbanddienste in der EU unternommen. Teil des Pakets ist eine Empfehlung über den regulierten Zugang zu Hochgeschwindigkeitsnetzen, ein Legislativvorschlag über ein Programm für die Frequenzpolitik sowie eine Mitteilung über Breitbandnetze mit Vorschlägen für die Förderung von Investitionen.
Mit dieser Initiative soll die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Länder gestärkt werden. Moderne, schnelle Breitbandnetze erleichtern das Arbeiten von zu Hause oder unterwegs. Bewohner ländlicher und dünn besiedelter Gebiete erhalten Zugang und Unternehmen können kostengünstiger arbeiten. Außerdem könnten verschiedene neue Online-Dienste – beispielsweise in den Bereichen Bildung und Gesundheit (z.B. Ferndiagnosen und virtuelle Gesundheitsdienste) – entstehen.