Jahresrückblick 2011
Bürgermeister zieht Bilanz

Liebe Burscheiderinnen, liebe Burscheider!

Ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr nähert sich dem Ende zu. Dies möchte ich zum Anlass nehmen und zum Jahreswechsel Bilanz ziehen, Vergangenes Revue passieren lassen und Zukünftiges zu bedenken. Vieles haben wir auf den Weg gebracht, und das trotz der Auswirkung der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die kommunalen Haushalte. Doch ich möchte diesmal die allgemeine Finanzsituation in den Städten und Gemeinden – und damit auch in Burscheid –  nicht in den Fokus rücken. Vielmehr möchte ich feststellen, dass sich – trotz leerer Stadtkasse – unglaublich viel in Burscheid bewegt. Und als Bürgerin und Bürger dieser Stadt bekommen Sie das auch zu sehen und zu spüren. Sie haben einen Anteil daran und „mischen mit“:

Mit Stolz darf ich sagen, dass es Burscheid geschafft hat, mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II, mit Landesmitteln und Eigenmitteln die energetische Sanierung der städtischen Schulen voranzutreiben. Damit haben wir im Vergleich zu anderen Städten in der Region insgesamt eine wirklich gute Situation bei den Schulgebäuden erreichen können, die auch zu Energieeinsparungen führen und den städtischen Haushalt entlasten wird. Beispielhaft möchte ich Sanierungsarbeiten an der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Hilgen nennen, die begonnen, aber noch nicht abgeschlossen sind, sowie die inzwischen beendeten Arbeiten an der Dreifach-Sporthalle Auf dem Schulberg und an der Montanusschule mit Hans-Hoersch-Halle.

Das alles schafft man nur mit vereinten Kräften. Deutlich muss man betonen, dass –  auch im Quervergleich – von den hiesigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern toll mitgezogen und sehr großer Einsatz gezeigt wird. Und es würde auch nicht funktionieren, wenn es politische Querelen gäbe. Aber es ist anderes: Entscheidungen gehen schnell und fast immer ziehen in Burscheid alle an der gleichen Seite des Seils. Mit Kreativität und Engagement wollen und werden mein Verwaltungsteam und ich gemeinsam mit der Politik dafür sorgen, dass sich die Stadt Burscheid weiter entwickelt. Dabei haben wir alle stets das Gebot einer sparsamen und verantwortungsbewussten Haushaltsführung im Blick.

Im Zuge des Alleenradweges wurde in diesem Jahr die alte Brücke in Hilgen / Kotten demontiert und es konnte eine neue Straßenführung realisiert werden. Dem demografischen Wandel in besonderem Maße Rechnung tragend ist in diesem Jahr mit dem Neubau von Betreuten Wohnungen in der Stadtmitte begonnen worden. Die Nachfrage zeigt uns, dass immer mehr Senioren und Seniorinnen die Möglichkeit nutzen möchten, zentrumsnah und mit einer altersgerechten Ausstattung zu wohnen. Die Gesellschaft altert und das Zahlenverhältnis von Jung und Alt wird sich verändern. Die Folgen dieses so genannten demographischen Wandels werden spürbar. Daher werden bereits jetzt Konzepte zur altersgerechten Quartiersgestaltung entwickelt und umgesetzt.

Die ZukunftsInitiative Burscheid setzt sich mit vielen Ideen und Projekten dafür ein. Auch das Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen in Burscheids Stadtmitte ist gut in der Burscheider Bevölkerung und im kulturellen Leben integriert. Für das sehr ambitionierte Kunstfest im Burscheider Badehaus, das besonders die Fähigkeiten und Fertigkeiten behinderter MitbürgerInnen in den Mittelpunkt stellte und großes Interesse hervorrief, gab es jetzt eine Auszeichnung von der Deutschen Heilpädagogischen Gesellschaft. Das Preisgeld fließt in spezielle Angebote der barrierefrei zu erreichenden Stadtbücherei ein.

Die Qualität von Bürgernähe und Bürgerservice sind uns ein besonderes Anliegen. Die Interessen und das Wohl des Bürgers stehen an erster Stelle. Durchgängige Öffnungszeiten und Sprechzeiten bis in die Abendstunden für Berufstätige sind eine Selbstverständlichkeit. Auch sollen unsere Bürgerinnen und Bürger eine zeitnahe, verbindliche und nachvollziehbare Reaktion ihrer Verwaltung erhalten. Damit dies gelingen kann, hat sich Burscheid mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis und den anderen kreisangehörigen Städten und Gemeinden zu einem ServiceVerbund RheinBerg. zusammengeschlossen. Dort sind gemeinsame Standards festgelegt und es wird in einem kontinuierlichen Prozess nachhaltig an kundenorientierten Verbesserungen gearbeitet. Ein effizientes Auskunftsinstrument wird seit vergangenem Jahr den Bürgerinnen und Bürgern mit dem Behördenlotsen auf unserer Homepage angeboten. Ergänzt wird der Informationsservice der Verwaltung durch den regelmäßigen Informationsbrief (Newsletter), der auf Wunsch auf den PC nach Hause geschickt wird  - ein Eintrag auf der städtischen Homepage reicht aus. Mit einer direkten Online-Verbindung können Anregungen, Lob und Beschwerden an die Verwaltung herangebracht werden. Ich verspreche eine zügige Bearbeitung und Beantwortung.

Die Stadt nimmt ihre finanzielle Verantwortung gegenüber dem Bürger ernst. Stets hat sie neben allen übrigen Ausgaben besonders die Personalkosten im Blick. Ständig werden Aufgaben und Prozesse hinterfragt. Mit dem nötigen Augenmaß ist es gelungen, Aufgaben auszulagern und auf Dritte zu übertragen, wie z.B. die Abfallbeseitigung auf den Bergischen Abfallwirtschaftsverband, die Lohnbuchhaltung und Beihilfeabrechungen. Synergieeffekte und damit Kosteneinsparungen werden durch interkommunale Zusammenarbeit erreicht, wie z.B. durch gemeinsame Fahrzeug- und Gerätenutzungen durch Feuerwehr und Baubetriebshof sowie in Zukunft durch die Übertragung der städtischen Aufgabe der Vollstreckungsbehörde. Vorausschauend und auch in der Arbeitswelt den demografischen Wandel im Blick, bietet die Stadt zur Verstärkung des Teams interessante Ausbildungsplätze an. Kaum eine andere Stadt erledigt ihre Aufgaben mit so wenigen Mitarbeitern und die Erfolge sind beachtlich. Der Mangel an Geld wird hier durch Einsatz und Tatkraft aufgefangen. Es bewegt sich viel. Daher gilt mein besonderer Dank dem gesamten Team der Verwaltung und seinen Einrichtungen, der TWB und dem Baubetriebshof.

Aber auch Menschen, die sich ehrenamtlich um Mitmenschen kümmern und die sich unspektakulär für das Gemeinwohl engagieren gibt es viele in Burscheid und sie sind unentbehrlich. Das Spektrum der ehrenamtlichen Arbeit ist in Burscheid weit gefächert. So gibt es kaum einen Bereich des alltäglichen Zusammenlebens, in dem kein ehrenamtliches Engagement zu finden ist und es werden immer wieder neue Ehrenamtsprojekte angestoßen. So haben sich in diesem Jahr mit viel Elan die ersten Spielplatzpaten eingebracht, um sich um „ihren“ Spielplatz zu kümmern. Ein Förderverein für Spielplätze und andere Projekte für Burscheider Kinder steht kurz vor der Gründung. Als Koordinator des Ehrenamtes ist die Burscheider Ehrenamtsbörse an den Start gegangen. Sie ist für viele Menschen Ansprechpartner, die eine neue Aufgabe suchen oder für Aufgaben, die Menschen suchen. Ich freue mich über so viel Verantwortungsbereitschaft und Identifizierung mit unserer Stadt.

Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung ehrt die Stadt Burscheid jedes Jahr Bürgerinnen und Bürger, die sich in herausragender Form engagieren mit der Auszeichnung „Burscheider/in des Jahres“. Der Burscheider des Jahres 2011 ist gefunden, die Auszeichnung wird am 24. Februar 2012 im Haus der Kunst in feierlichem Rahmen – zusammen mit der Sportlerehrung – verliehen.

Zur Anerkennung und Wertschätzung des Ehrenamtes soll jetzt die Ehrenamtskarte NRW auch in Burscheid eingeführt werden. Mein herzlicher Dank und allergrößter Respekt gilt allen Menschen, die in Burscheid in den unterschiedlichen Bereichen ehrenamtliche Arbeit leisten und der Ehrenamtsbörse, die viel Kraft und Zeit in dieses Thema gesteckt hat und stecken wird. Welche sichtbaren und tollen Ergebnisse der Zusammenschluss von engagierten Menschen erzielen kann, beweist z. B. auch der Initiativkreis Hilgen oder die Dürscheider Dorfgemeinschaft. Sie setzen sich für ihren Ort ein und haben beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einen Sonderpreis erhalten. Das Engagement macht sichtbar Freude und schweißt Menschen und Ortschaften zusammen.

Mein herzlicher Dank gilt allen Aktiven in den verschiedenen Organisationen, Einrichtungen und Vereinen in Burscheid, die hervorragende ehrenamtliche Arbeit leisten und sich mit Ideen und Projekten in die Gestaltung unserer Stadt einbringen!

Erlauben Sie mir noch einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2012:

Als besonderes Highlight wird 2012 der Alleenradweg auf der ehemaligen Trasse des „Balkan-Express“ eröffnet und erschließt so mit seinen Anbindungen an überregionale Radwege in die Rheinschiene und ins Oberbergische viele touristische Möglichkeiten. Eine Herausforderung für Burscheid ist es, die Attraktivität entlang der Radtrasse zu steigern. Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Eventpunkte und Radstationen sind mehr denn je gefragt. Hier gibt es viel zu tun.
Die Neustrukturierung des Wochenmarktes, die Umsetzung der Denkmalbereichssatzung zum Erhalt einer lebenswerten Innenstadt, die Verbesserung der Breitbandversorgung, der Neubau des Jugendzentrums und viele weitere Themen warten darauf umgesetzt zu werden. Dafür treten mein Mitarbeiterteam und ich gerne an und wir freuen uns darauf, die Ziele für Burscheid gemeinsam zu erreichen.

Allen Bürgerinnen und Bürgern wünsche ich ein besinnliches Weihnachtsfest, ein glückliches, gesundes und hoffentlich erfolgreiches Jahr 2012.

Ihr
Stefan Caplan
Bürgermeister

presse@burscheid.de

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